Kurzurlaub in Holland

31. August 2015

21.8.2015

Idylle am Wasser!

Unser "Chalet"

Wir haben uns eine Ferienhütte im Caravanpark „De Visotter“ in Woerden Verlaat gebucht.
Der Platz liegt 30 km von der Küste entfernt und grenzt direkt an das Naturschutzgebiet „Nieuwkoopse Plassen“.

Wir kommen spätnachmittags an, werden sehr nett empfangen und dürfen mit dem Auto auf den Caravanplatz fahren, um unsere Sachen auszuladen.
Das letzte Stück müssen wir natürlich laufen, weil es über eine klitzekleine Brücke über einen der vielen Wasserarme geht.
Unser „Chalet“ liegt, wie versprochen, direkt am Wasser, 5 Tage WLAN bekommen wir als Gastgeschenk, ab dann kostet es 1 € pro Tag. Das kann man verschmerzen, auch wenn de Verbindung manchmal langsam ist.
Fahrräder kann man auch direkt hier leihen – das werden wir sicher mal machen.

Wir fahren noch nach Woerden zum Einkaufen, räumen unsere Sachen ein und sitzen dann abends schön auf unserer Terrasse und gucken den Enten und Blesshühnern zu.


22.8.2015

Ein Tag am Strand

Am weiten Strand gibt es kein Gedränge.

Auf geht’s zum Strand in Nederzand

Da waren wir im Oktober letzten Jahres bei unserem ersten Hollandbesuch.
Damals waren viele Pferde und Hunde am Strand unterwegs, heute sind es die Wochenendausflügler aus Amsterdam und der Umgegend. Aber weil der Strand aber so lang und breit ist, gibt es kein Gedränge.


23.8.2015

Mückenstiche

Obwohl es relativ wenig Mücken gibt, hat Maike eine total dickgestochene Hand. Kann aber auch sein, dass sie gestern Abend von einer Bremse gestochen wurde, als sie auf unserem Steg am Wasser saß …

Also düsen wir nach Nieuwekoop zur Apotheke, die geschlossen hat, und finden heraus, dass am Sonntag die Notfallapotheke in Alphen aan Den Rijn im Krankenhaus zu finden ist.
Da deckt sich Maike mit Medizin ein und legt sich erst mal ein bisschen auf’s Ohr – das Antiallergikum macht müde.

Ich schnappe mir die Inliner und mache eine Runde von 25 km rund um das Naturschutzgebiet.

Es ist total schön hier, die Menschen sind tiefentspannt und freundlich und immer wieder staune ich, wie die das hier mit der Entwässerung hinbekommen.
Sogar zwei Störche im Tiefflug kann ich erleben.
Die kleinen Straßen und die tollen Radwege sind zwar asphaltiert aber teilweise sehr rauh. Für Radfahrer optimal, ich muss allerdings auf den letzten Kilometern mit Inlinern echt kämpfen. Natürlich auch wegen des Gegenwindes.


24.8.2015

Fahrradtour

Nachmittags auf dem Weg nach Meijdrecht.

Wir mieten uns Fahrräder und fahren ins Naturschutzgebiet. Immer wieder erstaunlich, wie die Niederländer dem Wasser Land abtrotzen!
Wir umrunden die „Nieuwkoopse Plassen“ (Nieuwkoopse Seen) auf einer idyllischen kleinen Straße, durchqueren das Dörfchen Meijen, passieren den alten Wasserturm, der weithin sichtbar ist, fahren am Strandbad vorbei, das heute wegen des Wetters leer ist und kommen schließlich nach Nieuwkoop.
Überall gibt es kleine Kanäle, traumhaft schöne Häuschen, Hausbootsiedlungen – ein Traum.

Im verrückt eingerichteten Caféhaus „De Zwarte Bal“ machen wir Pause.
Das Polder-Museum, das auf dem Weg nach Noorden liegt, ist leider geschlossen. Das versuchen wir dann ein anderes Mal.

Gerade, als wir zuhause angekommen sind, fängt es an zu regnen. Das nenne ich mal gutes Timing!

Nach dem Mittagessen scheint wieder die Sonne.
🙂

Wir packen trotzdem Regenklamotten ein und düsen wieder mit den gemieteten Fahrrädern (5 € / Tag) los.

Über die super, super Fahrradwege geht es entlang der Kanäle nach Mijdrecht. Durch das Prinzip der nummerierten Knotenpunkte für Fahrradwege und den überall am Straßenrand stehenden Karten kann man sich eigentlich nicht verfahren.

Unterwegs kommen wir zwar in ein bis zwei Schauer – macht aber nix. Es ist ja warm und die Regenkleidung gut.

In Meijdrecht sitzen wir dann schon wieder in der Sonne auf der Terrasse eines Cafés und genießen einen Latte Macchiato.
Herrlisch!


25.8.2015

Land gewinnen

Die Mühlen in Kinderdijk sind UNESCO-Weltkulturerbe.

Wir machen uns auf zu den Windmühlen in Kinderdijk, die früher den Polder „Ablasserwaard“ trocken gehalten haben und die mitterweile UNESCO Weltkulturerbe sind.

Mit der Fähre müssen wir über den Fluß Lek (was für ein breites Teil) und landen so in Kinderdijk.
Hier ist richtig viel los, wir müssen deshalb ein Stück entfernt des Museumsparkes parken und gehen zu Fuß zum dorthin.

Hier kann man nicht nur lernen, wie das mit der Entwässerung des Polders funktioniert, sonder auch noch laufende Poldermühlen bewundern und besichtigen.
Die wurden früher ausschließlich genutzt, um das tiefliegende Land zu entwässern. Heute geschieht das, wenn nötig, mit Dieselmotoren und riesigen Schneckenpumpen.

Wir kommen aus dem Staunen nicht heraus: Was man im 16. Jahrhundert schon auf die Beine gestellt hat um Land zu gewinnen ist echt der Hammer.
Nachdem wir über das Gelände gestromert sind und zwei Mühlen auch innen besichtigt und dem Müller beim Aufziehen der Segel zugesehen haben, gehen wir noch in das Informationszentrum in der ehemaligen Pumpstation, wo man u.a. einen spannenden Film über die Geschichte der Polder und die Entwässerungstechniken sehen kann.

Auf dem Rückweg zum Auto gibt es noch lecker Kaffee für uns beide, für Maike Erwtensoep (Erbsensuppe), für mich die fetten, süßen „Poffertjes“!


26.8.2015

Dekadenz und Radfahrer

kasteel

Gammelvormittag mit Mails beantworten, lesen und nichtstun.

Nach dem Mittag machen wir uns auf in Richtung Utrecht. In der Nähe der Stadt gibt es das Schloss „Kasteel de Haar„, das ein profilneurotischer Graf, der eine hypereiche Rothschild-Tochter geheiratet hat, hat bauen lassen.
Bei allem, was man nun politisch korrekt anbringen könnte – das Schloss ist echt super …
🙂

Wir machen eine teure aber sehr informative Tour durchs Schloss mit. Leider darf man dort keine Fotos machen. Schade.

Anschließend schaffen wir es tatsächlich, mit einem kleinen Umweg, in die City von Utrecht zu kommen.
Als wir endlich das Parkhaus am Hauptbahnhof gefunden haben, sind wir uns einig, dass die Stadt hässlich ist.

Aber nur so lange, bis wir nach ein paar hundert Metern die Ausläufer der Altstadt sehen. Die Mischung aus Shoppingmall, mittelalterlicher Stadt und lustigem Studentenleben lässt uns unsere Meinung schnell ändern.
Gefühlte 5 Millionen Radfahrer kreuzen die Straße.
Wir bummeln entlang der Grachten durch die Altstadt, trinken noch einen Kaffee (wer hätte das gedacht) und fahren nach hause.

Dass ich bei meinem Navi, der ein bisschen rumgesponnen hat, dann aus Versehen alle Kartendaten gelöscht habe, sei nur am Rande erwähnt …


27.8.2015

Alles Käse

Der berühmte Käsemarkt in Gouda.

Das Wetter ist durchwachsen, wir wollen nach Gouda zum Käsemarkt fahren, der heute zum letzten Mal in diesem Jahr stattfindet.

Ohne Navi, aber die Strecke im Kopf, geht es auf die Landstraße.
Wir habenden Eindruck, dass wir mit Karte schneller sind, als mit modernen Technik.
🙂

Wir fahren entlang des Flusses Gouwe. In Gouda finden wir in der Nähe des Bahnhofes einen Parkplatz und marschieren in die Altstadt. Es regnet leicht.
Als wir auf dem Marktplatz ankommen, sind jedoch die großen Käselaibe noch auf dem Käsemarkt ausgestellt.
Es ist alles sehr touristisch, die alten Häuser beherbergen moderne Geschäfte und viele (Schnell-)Restaurants. Immerhin können wir hier auf dem Markt original Gouda und leckere Sirup-Waffeln kaufen.

Nachdem wir den üblichen Unterwegs-Latte-Macchiato getrunken haben, gehen wir zur Sint Janskerk (Sankt-Johannes-Kirche), die wirklich beeindruckend ist. Sie ist mit 123 m Länge die längste Kirche der Niederlande. Neben den herrlichen Glasfenstern, die unter anderem die Geschichte von Johannes, dem Patron von Gouda, erzählen, gibt es eine schöne Orgel.

Zurück geht’s im Regen, der aber nach einem späten Mittagessen langsam aufhört. Mal sehen, ob wir morgen Kanufahren gehen können …


28.08.2015

Es ist traumhaft schön auf den Nieuwkoopse Plassen (Nieuwkooper Seen)

Bootsfahrt

Der Vormittag ist kühl und regnerisch, der Wetterbericht hat aber Besserung versprochen.

Also essen wir zu Mittag und wie auf Bestellung blinzelt die Sonne schon hinter den Wolken hervor.

Also los nach Noorden, das nur 5 Minuten entfernt ist, denn dort wollen wir und ein Boot mieten.
Bevor wir loslegen gehen wir noch ins „Café de Klinker“ und gönne uns einen Milchkaffe. Wenn man versucht, ein paar Brocken Niederländisch zu sprechen, wird man übrigens überall besonders zuvorkommen behandelt.

Direkt neben dem Café ist der Bootverleih Nikano.
Wir nehmen ein Zweier-Paddelboot, das wird mit einem kleinen Hand-Trailer über die Straße zum Wasser gebracht, wir bekommen noch eine Karte und ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg und los geht’s.

Abfahrt.

Ganz allein paddeln wir durch die idyllische Seenlandschaft (später kommen uns ein paar Motorboote entgegen, deren Skipper viel Freude an unseren Ausweichmanövern haben).

Immerhin drei Stunden sind wir auf dem Wasser, bis wir wieder in Noorden anlanden.

Feierabend!Noch schnell in den Supermarkt, ein paar Flaschen „Heineken“ kaufen, damit der Hering, den ich noch zum Abendbrot habe, besser schwimmen kann und ab geht’s nach hause.

Mehr Holland geht nicht!

Mehr Holland geht nicht!


29.08.2015

Strandtag

Noch ein Strandtag

Nach dem Frühstück für uns und die Enten, die uns jeden Morgen besuchen, fahren wir mal wieder an „unseren“ Strand in der Nähe von Noordwijk.
Was sonst sollte man machen bei dem schönen Wetter …
🙂


30.08.2015

Der Fluss Sparne

Der letzte Urlaubstag

Als wie aufstehen regnet es. Dabei wollten wir doch an den Strand.
Aber, wie immer in diesem Urlaub, haben wir einen guten Draht zu Petrus und es klart auf und wird richtig sonnig und warm.

Vor dem Strand soll es noch ein bisschen Kultur geben, wir möchten uns Haarlems schöne Altstadt ansehen.

Nach ein paar Staus und Rumgegurke in Haarlem landen wir endlich in der großen Tiefgarage „Raaks“ und machen uns auf Richtung Zentrum.
Schon bald landen wir auf dem „Grote Markt“ („Großen Markt“) und genehmigen uns im Grand Café eine Latte Macchiato. Für 3,50 €!

Weiter geht’s zu Fuß bis zum Fluß Sparne, der sich von Süden nach Norden durch die Stadt zieht.
Wir sehen, dass man hier Grachenfahrten machen kann und ergattern neben einer deutschen und einer niederländischen Familie und einem schwulen englischen Pärchen einen Platz auf einer kleinen Barkasse mit einem sehr coolen und smarten Skipper.
Der ist, wie wir bald merken, auch mit der Geschichte der Stadt sehr vertraut und teilt sein Wissen auf Englisch und Niederländisch mit uns.
Eine gute Stunde dauert die Tour, die sehr empfehlenswert ist!

Wieder an Land wollen wir die Rückseite der großen Kirche sehen und finden zufällig den Eingang hinein.
Ich bin nicht der große Kirchen-Fan – aber dieser Bau in seiner Schlicht- und Erhabenheit haut mich echt um!
Hinzu kommt, dass schon Mozart im Jahr 1766 die berühmte Müller-Orgel bespielt hat.

Wir genehmigen uns eine Tüte Pommes. Die bekommen wir mit Mayo und Erdnuss-Sauce serviert.

Pommes mit Erdnuss-Sauce - jetzt sind wir echte Holländer!

Nachdem wir die gegessen haben, wissen wir – jetzt sind wir wohl echte Holländer …
🙂

Den Strand haben wir völlig vergessen. Macht nichts.

PS: Spätestens nach den überteuerten Pommes und dem Bezahlen des Parkhauses wissen wir – Haarlem ist schön – aber man muss ein paar Euro mehr einstecken …

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